Gemäss einer FINMA-Publikation [1] sollen beim Namensabgleich für die Kundenüberprüfung nicht nur exakte Treffer berücksichtigt werden. Empfohlen wird auch eine sogenannte phonetische Suche.

Tschaikowski 384

Diese Empfehlung kann man auf verschiedene Arten interpretieren. Eine offensichtliche Interpretation ist, dass Finanzintermediäre sämtliche phonetisch gleichlautende Namensvarianten überprüfen müssen. Dies ist bei Anwendungsszenarien sinnvoll, bei denen der Name mündlich kommuniziert wird. Wegen der Identifikationspflicht anhand eines amtlichen Ausweises hat dieses Anwendungsszenario eine geringe Bedeutung.

Vielmehr geht es  um transliterierte Namen wie beispielsweise Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Hier kommt erschwerend dazu, dass ein in Frankreich ausgestelltes amtliches Dokument wahrscheinlich eine andere Transliteration enthält als ein in Grossbritannien oder Deutschland ausgestelltes Dokument.

In FINMA, Sorgfaltspflichten der Schweizer Banken im Umgang mit Vermögenswerten von „politisch exponierten Personen" 10.11.2011: [...] Zweitens haben drei Banken bei Eröffnung der Kundenbeziehung lediglich eine „exact-match"-Suche durchgeführt, obwohl eine phonetische Suche allenfalls ergänzt mit einer Internet-Suche angebracht gewesen wäre [...]

Datenschutzgesetz

Das Schweizer Datenschutzgesetz wurde 2020 total revidiert und ist in seiner neuen Fassung am 1. September 2023 in Kraft getreten, zusammen mit der neuen Datenschutzverordnung (DSV). Die Revision selbst ist abgeschlossen, aber die Anwendungspraxis entwickelt sich weiter. Besonders relevant ist das Thema KI: Der EDÖB hat am 8. Mai 2025 bestätigt, dass das DSG technologieneutral und direkt für alle KI-Anwendungen gilt. Praktisch heisst das u.a., dass Nutzer wissen müssen, ob sie mit KI kommunizieren (Transparenzpflicht, Art. 19), und dass eine Datenschutz-Folgenabschätzung bei hohem Risiko – etwa bei Profiling oder Gesichtserkennung – obligatorisch ist (Art. 22). Das Bundesamt für Justiz (BJ) erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung. Damit wird die Schweiz die KI-Konvention des Europarats umsetzen.

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